Die Buch-Rezension „Die Botschaft der Druiden“ von Manfred Böckl

Böckl Die Botschaft der Druiden, Quelle: Neue Erde

Kaum ein anderes Volk ist von so vielen Mythen und Legenden umwoben wie die Kelten und ihre Druiden. Manfred Böckl nähert sich in seinem Buch „Die Botschaft der Druiden“ dem uralten Wissen der keltischen Priester, Lehrer und Heiler, das heute wichtige Impulse für eine nachhaltige Zukunft geben kann.

Rund fünf Jahrtausende vom Neolithikum bis zur Römerzeit lebten in Europa verschiedene Volksgruppen der La-Téne-Kultur im friedlichen Einklang mit der Natur. Die Keltoi oder Kelten stammten wahrscheinlich von eingewanderten indoeuropäischen Stämmen aus den kaukasischen Steppen ab, die sich mit den in Mitteleuropa ansässigen „Ureinwohnern“ vermischten. Die Kelten waren keine unzivilisierten Heiden, sondern eine hoch entwickelte Kultur, die weitreichende Handelsbeziehungen von Irland bis Kleinasien pflegte und die vor allem auf gegenseitigen Austausch verschiedener Strömungen setzte. Als Höhepunkt ihrer kulturellen Entwicklung gilt das Druidentum. Böckl zeichnet in seinem Buch „Die Botschaft der Druiden“ die historische Herkunft und das Aufblühen des Keltentums im letzten vorchristlichen Jahrtausend nach, bis die Römer und später die römisch-katholische Kirche die heidnischen Stämme bekämpften und die Druiden verfolgten.. Er greift dabei auf historische Schriftzeugnisse und archäologische Erkenntnisse zurück und verknüpft dieses Wissen mit Mythen und Volksüberlieferungen über die Kelten.

Weisheit der Druiden

Die keltischen Druiden waren Männer und Frauen, die das alltägliche, politische und metaphysische Leben zahlreicher Völker im Sinne einer keltischen Förderation bestimmten, die auf einer Philosophie des Miteinanders basierte. Sie waren Philosophen, Poeten, Lehrer, Arzt, Astronomen und Sensitive in einer Person. Mit beiden Beinen auf der Erde stehend und im Einklang mit der Natur formulierten sie eine Kosmologie, die menschliches Leben in vollkommene Harmonie mit dem Universum brachte. Die Druiden wussten um die Seelenwanderung und die Wiedergeburt im Rahmen der immerwährenden Umwandlung aller materiellen Daseinsformen. „Sie lehrten auch, dass jedes Lebewesen bereits von jeher Teil des Göttlichen ist und es deshalb niemals eine Trennung zwischen diesem Göttlichen und dem Menschen, beziehungsweise der Natur geben kann.“

Natürlich spielen die überlieferten Legenden aus Britannien und Irland eine wichtige Rolle. Böckl taucht tief in die Mythen von König Artus, Merlin und Talesin sowie Avalon ein. Aber nicht nur in Britannien und Irland begegnet der Autor altem druidischen Wissen, sondern auch im Bayrischen und im Böhmerwald sowie dem angrenzenden österreichischen Waldviertel, die als Ursprungsregionen der Kelten gelten. Druidisches Wissen entdeckt er in der Neuzeit bei Schriften des italienischen Philosophen und Priester Giordana Bruno (1548 -1600), der wegen seiner Ansichten auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, und bei der Relativitätstheorie des bedeutenden Physikers Albert Einstein.

Lebendiger Geist der Kelten

Böckl gelingt es die metaphysische Denkweise der Druiden nachvollziehbar zu machen und lässt den „Celtic spirit“ in seinem Buch lebendig werden. Trotz der spärlichen Faktenlage, die Druiden hinterließen keine schriftlichen Aufzeichnungen, gelingt es Böckl das alte Wissen heute wieder erfahrbar zu machen. Er nutzt dabei nicht nur sein Fachwissen, sondern besuchte selbst Orte, wo das alte Wissen allen Verfolgungen zum Trotz im Verborgenen überdauern konnte. Seine spirituellen Erfahrungen und eigenen „Berührungen“ mit der Anderswelt vermitteln, dass das alte Wissen heutzutage noch existiert.

Wegweiser für eine nachhaltige Zukunft

Dem Autor geht es in seinem Buch „Die Botschaft der Druiden“ vor allem um die Rückbesinnung auf unserer vorchristliches Erbe, das uns eine innige Verbundenheit mit der Erde und der Natur vermitteln kann. „Gerade heute erweist die Botschaft der Druiden sich damit als ungemein wertvoller Wegweiser in eine derzeit noch ungewisse Zukunft.“ Kein gutes Haar lässt der Autor am Wirken des Römisches Reiches und der römisch-katholischen Kirche, das er als „zweitausendjährige Ära der Finsternis“ bezeichnet, die geprägt ist vom imperialen Denken und dem Drang zur Unterwerfung alles Andersartigen. Für Böckl ist klar, die geschichtliche Entwicklung Europas hätte unter keltischem Einfluss eine friedlichere Entwicklung genommen.

Die Mischung aus archäologischen Erkenntnissen und historischen Schriftzeugnissen verknüpft mit Mythen und Volksüberlieferungen sowie eigenen spirituellen Erfahrungen macht den besonderen Reiz des Buches aus und ermöglicht es dem Leser, sich in das alte Wissen hineinzudenken und zu fühlen. Die spirituelle Kernbotschaft der Druiden besagt, dass in jedem Menschen ein Erkenntnisweg angelegt, der nur in völliger geistiger Freiheit beschritten werden kann. Deshalb gesteht die Druidenlehre auch jedem Individuum einen individuellen Weg bei der Suche nach dem Göttlichen und dem Einswerden mit ihm zu. In diesem Sinne kann man sich eine verstärkte Rückbesinnung auf unsere wahren Wurzeln für eine friedliche und gemeinschaftliche Zukunft nur wünschen.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein anregendes Buch, das den uralten Geist der Druiden lebendig werden lässt.

Manfred Böckl
Die Botschaft der Druiden
Heimkehr ins Heidentum
Taschenbuch, 192 S.
Neue Erde, 2. Auflage, 2017

Auch als eBook erhältlich.

Manfred Böckl wurde 1948 in Landau/Isar (Niederbayern) geboren. Er war zunächst Redakteur bei einer großen bayerischen Tageszeitung; 1976 machte er sich als freier Schriftsteller selbständig. Er veröffentlichte bisher circa 90 Romane und Sachbücher mit einer Gesamtauflage von rund einer Million, die teilweise auch in andere Sprachen übersetzt wurden. Böckl schrieb zumeist über bayerische, deutsche und europäische Geschichte. Seine Romane „Mühlhiasl. Der Seher vom Rabenstein“, „Agnes Bernauer“, „Die Bischöfin von Rom“, „Die Hexe soll brennen“ und andere wurden zu Bestsellern. Manfred Böckl lebt heute in seinem einsamen Haus „Dinas Draig Goch“ im Bayerischen Wald.

Ich danke dem Verlag Neue Erde für das Rezensionsexemplar.

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