Die Buch-Rezension „Denken wie ein Shaolin“ von Bernhard Moestl

Die Weisheit der Kampfkünste der Shaolin-Mönche liegt nicht in der körperlichen Kraft, sondern in der Kraft des Denkens. Der erfolgreiche Sachbuchautor Bernhard Moestl zeigt in seinem Buch „Denken wie ein Shaolin“ einen befreienden Weg zur emotionalen Selbstbestimmung auf.

Die Mönche des legendären Klosters Shaolin pflegten ganz besondere Denkweisen. Dabei geht es dem bekannten Sachbuchautor Bernhard Moestl nicht um die Philosophie des Zen-Buddhismus, sondern um die Fähigkeit, selbstbestimmt mit seinen Gefühlen umzugehen. Wer im Shaolin die Kunst des Kampfes erlernen wollte, musste seinen Meister davon überzeugen, dass er Herr seiner Sinne ist und es versteht, nach seinen eigenen Vorstellungen zu handeln.

Denken als mächtiges Werkzeug

Heutzutage geht es zwar nicht mehr so sehr um körperliche Kämpfe, aber die Prinzipien der Shaolin gelten noch heute. Es gewinnt der, der emotional stärker ist, denn wer gefühlsmäßig in eine Situation verstrickt ist, verliert leicht die Fähigkeit frei zu entscheiden. Das Denken ist ein mächtiges Werkzeug, um die Kontrolle über seine Gefühlswelt zu gewinnen. Es ist zwar nicht möglich, das Entstehen von Emotionen zu unterdrücken, aber wir können mit etwas Übung verhindern, das sie die Kontrolle über unser Handeln und unser Wohlbefinden übernehmen.

Anhand von sieben Prinzipien zeigt Moestl in seinem Buch „Denken wie ein Shaolin“ gangbare Wege zu emotionaler Selbstbestimmung auf. Der Sachbuchautor vermittelt anschaulich, wie man emotionale Manipulation erkennen und darauf angemessen reagieren kann oder wie man Gefühle von Angst oder Frust aus dem Alltag verbannt. Neben den Prinzipien der Erwartungslosigkeit, der Abgrenzung und Ausgeglichenheit geht es vor allem um das Prinzip des Nichts-Tuns.

Prinzip des Nichts-Tuns

Das Wu Wei hat seinen Ursprung in einer uralten chinesischen Philosophie und ist der auffälligste Unterschied zwischen östlicher und westlicher Denkweise. Während wir Europäer häufig der Meinung sind, jeder Angriff, auch ein verbaler, bedarf umgehend eines Gegenangriffs, haben die Asiaten verinnerlicht, dass man oft am besten reagiert, indem man nicht reagiert. Das aktive Nicht-Tun, mit dem keineswegs gemeint ist alles hinzunehmen, spart Kraft und Energie. Das Wu Wei bewahrt nicht nur vor Angriffen von außen, sondern auch vor unnötigen Emotionen, die uns aus dem inneren Gleichgewicht bringen. Es geht um einen angemessenen Umgang mit seinen eigenen Gefühlen, bei dem die Prinzipien der Standhaftigkeit, der Gegenwehr und der Selbstbeherrschung sehr hilfreich sind.

Praktisches Arbeitsbuch

Moestls Buch „Denken wie die Shaolin“ ist aber kein trockenes Theoriebuch, sondern lebt von weisen Shaolin-Geschichten, in denen auch wichtige Lebenstipps enthalten sind. Zusätzlich zeigen die eigenen Erfahrungsberichte des Autors auf, wie leicht man manipulierbar ist und welche emotionale Fallstricke im privaten und beruflichen Alltag lauern und wie man sie umschifft.

Damit sich das theoretische Wissen auch gleich in den Alltag integrieren lässt, lädt Moestl mittels Fragen und kleinen Übungen dazu ein, sein Denken und seine Gefühle in ähnlichen Alltagssituationen zu reflektieren. So kommt man sich selbst auf die Schliche und hat künftig in ähnlichen Situationen die Möglichkeit „angemessener“ zu reagieren. „Denken wie ein Shaolin“ ist nicht nur ein reines Wissensbuch, sondern auch ein praktisches Arbeitsbuch. Es hilft, sowohl im Business als auch im privaten Alltag durch bewussten Umgang mit neuen Denkweisen ein selbstbestimmteres und erfolgreiches Leben zu führen.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein praktischer alltagstauglicher Ratgeber, der hilft, mit den Denkweisen der Shaolin bewusster und selbstbestimmter durchs Leben zu gehen.

Bernhard Moestl
Denken wie ein Shaolin
Hardcover, 192 S.
Knaur HC, 2016

Bernhard Moestl, geboren 1970 in Wien, ist Vortragsredner und Business-Coach mit den Schwerpunkten Bewusstsein und Führung. Er ist Autor erfolgreicher Sachbücher, in denen er die Erfahrungen zugänglich macht, die er bei Aufenthalten in Asien gesammelt hat, wo er u.a. im Shaolin-Kloster die Kampfkunst der Mönche erlernt hat. Diese Erkenntnisse nutzt er für seine Bücher und Seminare.

Ich danke Knaur HC für das Rezensionsexemplar.

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