Die Buch-Rezension „Kiribati: Eine Inselwelt versinkt im Meer“

Kiribati, Quelle: Sieveking Veralg

Auf der Suche nach der Ursprünglichkeit des Lebens haben sich das italienische Künstlerpaar Alice Piciocchi und Andrea Angeli aufgemacht zu einem weitentfernten Inselstaat im Pazifischen Ozean. In ihrem eindrucksvollen und reich illustrierten Reisebericht „Kiribati“ berichten sie vom Leben der Inselbewohner zwischen Tradition und Moderne.

Das Buch „Kiribati“ ist genau wie der gleichnamige Inselstaat in der endlos blauen Weite des Pazifischen Ozean etwas ganz Besonderes. Das italienische Künstlerpaar Alice Piciocchi und Andrea Angeli hat sich aufgemacht zu einer Entdeckungsreise ins Unbekannte aufgemacht. Ausgestattet mit ein bisschen Wagemut sind sie zu einem der entlegensten Ecken des Globus aufgebrochen, um die Besonderheiten eines Volkes zu dokumentieren, das vom Aussterben bedroht ist. Das Buch „Kiribati“ ist ein ungewöhnlicher Reisebericht. Ihre Entdeckungen haben Piciocchi und Angeli in Texten und Illustrationen festgehalten, angelehnt an die Skizzenhefte großen Entdecker vergangener Jahrhunderte.

Momentaufnahme eines Volkes

Kiribati liegt zwischen Hawaii und Australien. Der Inselstaat besteht aus 32 Atollen und drei Inselgruppen. Die größte Koralleninsel ist Kiritimati, auf der James Cook 1777 an Land ging. Traurige Berühmtheit erlangte Kiribati als Klimaforscher errechneten, dass bei dem zu erwartenden Anstieg des Meeresniveaus zahlreiche Atolle und Uferzonen der Koralleninseln im Meer versinken werden. Der Präsident von Kiribati Anote Tong legte 2015 einen Plan B vor, der eine Massenumsiedlung auf ein 3000 Kilometer entferntes Gebiet auf den Fidschi-Inseln vorsieht.

Das Buch „Kiribati“ ist aber nicht die Momentaufnahme eines Volkes, dass sich auf eine mögliche Umsiedlung vorbereitet, sondern das sich in der Phase des Übergangs zwischen Tradition und Moderne befindet. In jedem Kapitel ihres illustrierten Reisebuches stellen die Autoren einen kulturellen, ökologischen oder sozialen Aspekt der Landesidentität dar.

Alte Traditionen

Das Künstlerpaar gibt faszinierende Einblicke in das Leben der I-Kiribati, dessen Lebensrhythmus von den Gezeiten geprägt sind. Alte Traditionen und magische Rituale sind noch lebendig, obwohl die modernen „Errungenschaften“ der übrigen Zivilisation bereits Einzug gehalten haben. Ihre Hütten erbauten sie ursprünglich aus Korallen und Kokospalmenholz. Das traditionelle Leben war einfach, das Essen hingt an den Bäumen oder schwamm im Meer. Man konnte tagaus, tagein fischen, sammeln, bauen, ohne an ein Morgen zu denken, Geld benötigte man dafür mich, erklärt ihnen ein Einheimischer.

Verbundenheit zum Meer und Universum

„Kiribati“ ist ein faszinierendes Buch über das Leben der Bewohner eines kleinen Inselstaates, bei denen die Verbundenheit zum Meer und Universum noch eine zentrale Rolle spielt. Bezeichnend, dass ein Einheimischer zu ihnen sagte, er hoffe, nie gezwungen zu sein, an die Zukunft zu denken. Dem italienischen Künstlerpaar ist ein besonderes Leseerlebnis gelungen, das bewusst auf die modernen Darstellungsformen verzichtet. Es erzählt authenisch von einen Volk, von dem niemand weiß, wie und wo es morgen leben wird.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein ungewöhnlicher und reich illustrierter Reisebericht über das Leben und die Menschen auf weitabliegenden Inseln im Pazifischen Ozeans.

Kiribati
Eine Inselwelt versinkt im Meer
Von Alice Piciocchi (Text), Andrea Angeli (Illustrationen)
Gebundene Ausgabe, 144 S.
Sieveking Verlag, 2017

Ich danke dem Sieveking Verlag für das Rezensionsexemplar.

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