Die Buch-Rezension „Heute schon eine Schnecke geküsst?“ von Eike Braunroth

Braunroth Heute schon eine Schnecke geküsst,, Quelle: Verlag Wega e.K.,

Wie kann eine spirituell gelebte Kooperation mit der Natur aussehen? Eike Braunroth zeigt in seinem Buch „Heute schon eine Schnecke geküsst?“ auf, wie man durch ein ganzheitliches Lebensbewusstsein eine umfassende und liebevolle Beziehung zur Natur aufbaut.

Eike Braunroth führt Gärtner und naturverbundenen Menschen in die Kooperation mit der Natur ein. Schon als Kind war ihm die Fähigkeit gegeben „die Sprache, die Gedanken, die Gefühle der ‚nahen und weiten‘ Natur zu fühlen“. In seinem Buch „Heute schon eine Schnecke geküsst?“ vermittelt er anschaulich und eindrucksvoll, dass der Mensch durch fühlbar-gedankliche Gemütsbewegungen Wirkungen auslöst, die im Außen wahrnehmbar sind. Ob bewusst oder unbewusst Gedanken, Gefühle, Einstellungen, Absichten und Handlungen beeinflussen Zustände bei Pflanzen und Tieren sowie auch beim Wetter.

Innen wie außen

Das Buch „Heute schon eine Schnecke geküsst leitet dazu an, beim Gärtnern die in jedem Menschen schlummernden Kräfte des Unterbewusstseins gezielt zu nutzen und mit wirklich allen Pflanzen und Tieren zu kooperieren, anstatt Schädlinge, Parasiten und Pflanzenkrankheiten zu bekämpfen. „Es gehört sehr viel Mut dazu, zuzugeben, dass das, was mir im Außen begegnet, immer mit meinem Inneren zu tun hat.“

Viele Hobbygärtner empfinden Schnecken als Plage, die sich nur über den leckeren und sorgsam gepflegten Salat hermachen. Wir würden aber in unseren eigenen Abfällen und denen unserer Haustiere ersticken, gäbe es keine Schnecken. Schnecken sind wahre Abfallentsorger. Auch Wildpflanzen dienen in vielerlei Hinsicht der Gesunderhaltung aller Lebewesen und sie helfen der Erde, sich zu reinigen und zu heilen.

Bewusster Leben

Es geht darum, sich einem ganzheitlichen Lebensbewusstsein zu öffnen und eine umfassende, liebevolle Beziehung zur Natur aufzubauen. Braunroth beschreibt anhand von Beispielen aus seinem eigenen Leben und seiner Gärtnerpraxis wie dies aussehen kann. Er zeigt auf, was wir bei uns verändern können, um im Außen eine Veränderung herbeiführen zu können. „Die persönliche Beziehung des Gärtners zu seinem Garten ist die Grundlage für eine gute Stimmung in seinem Garten und für ein volles Zusammenwirken aller dort lebenden und tätigen Bewohner.“

In dem Buch finden sich auch einige Praxistipps für die Anlage eines Selbstversorgungs-Gartens in Übereinstimmung mit den Natur-Lebensgesetzen. So empfiehlt Braunroth, gerade ausgelegte Samen nicht mit Wasser zu begießen, sondern nur mit Mulch abzudecken, damit sie über Nacht Tau sammeln können. „Die Natur weiß am besten, wann der beste Zeitpunkt zum Keimen und Wachsen ist.“

Das Wichtigste für ihn, aber ist es, dass (Lebens-)Gärtner an ihrer inneren Einstellung arbeiten und sich mit ihrem gewohnheitsmäßigen Fühlen, Denken und Handeln auseinandersetzen. Die Unterscheidung „Schädling“ oder „Nützling“ gibt es für ihn nicht. „Alles, was zur Feindschaft führt, stützt sich auf Bewertung. Alles, was zum Frieden führt, gründet sich auf das EinsSein.“ Wühlmäusen, Ameisen und Blattläuse sollte man als gute Freunde ansehen. Sie schädigen nicht, sondern sie helfen. Betrachtet der Gärtner den Garten als Teil von sich und sieht die Tiere als Gefährten, dann wird der Garten zu einem Ort göttlichen Gleichgewichts, wo sich alles wunderbar zusammenfügt. Ebenso wie der Gärtner sind für Braunroth auch Pflanzen und Tiere im geistigen Urgrund ewige Wesen. Der Mensch allein ist für das Miteinander von Mensch, Tier, Erde, Pflanze und Wetter verantwortlich.

Gärtnern aus tief gelebter Spiritualität

Das Buch „Heute schon eine Schnecke geküsst?“ ist nicht so sehr eine Anleitung für einen nachhaltigen Selbstversorgergarten, sondern vielmehr ein Wegweiser für die innere seelische Arbeit. Entscheidend ist, erst den inneren Garten zu bestellen, bevor man sich dem Äußeren zuwendet. Braunroth vermittelt ausführlich, welche Schritte dafür erforderlich sind und welche Resultate zu erzielen sind, wenn man sich dem nachhaltigen Gärtnern aus einer tief gelebten Spiritualität verschreibt.

Dafür ist ein radikales Umdenken und Umfühlen notwendig, das sicherlich nicht von heute auf morgen geschieht, aber jeder Einzelne kann sich heute für einen Sinneswandel entscheiden. Konventionelle Landwirtschaft und Massentierhaltung bringen keine Produkte hervor, die Körper und Seele nähren. In seinem Buch und seinem Kursen „Kooperation mit der Natur“ vermittelt Braunroth vor allem eines: Das Wichtigste ist es, ein liebevolles Miteinander unter der Vielfalt aller Geschöpfe zu leben.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein inspirierendes Buch für alle Gärtner und Lebensgärtner, die mehr im Einklang mit der Natur leben möchten.

Eike Braunroth
Heute schon eine Schnecke geküsst?
Grundlagenwerk der Kooperation mit der Natur
Softcover, 255 S.
Verlag Wega e. K., 5. Auflage, 2012

Eike Braunroth ist Psychologe und Lehrer, er arbeitet an einer Schule und in der eigenen psychologischen Praxis mit Seminar- und Beratungszentrum. Er ist seit seiner Schulzeit Bio-Hobbygärtner aus Leidenschaft. Seit mehr als sieben Jahren führte er über 60 Seminare zur Kooperation mit der Natur im In- und Ausland durch.

Ich danke dem Verlag Wega e.K. für das Rezensionsexemplar.

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