Die Roman-Rezension „Noras Welten“ von Madeleine Puljic

Puljic Noras Welten , Quelle: epubli

Eine Weltenwanderin, die Angst vor Büchern hat, begibt sich auf eine abenteuerliche Zeitreise zurück ins Mittelalter. Der unterhaltsame Roman „Noras Welten“ von Madeleine Puljic spielt humorvoll mit dem Fantasy-Genre.

Nora Winter weiß nicht mehr weiter, ihre Gabe hat sie nicht mehr unter Kontrolle. Sie bittet den Psychologen Ben Pawell dringend um einen Termin. Sie möchte, dass er sie hypnotisiert, da sie etwas vergessen muss. Er vermutet eine Beziehungskrise, irrt sich aber gewaltig.

Gefangene der Geschichte

Nora möchte das Lesen verlernen, da sie in alles, was sie liest, körperlich hineinfällt. Sie verschwindet aus der normalen Welt und taucht in einer anderen wieder auf. Sie hat Angst eines Tages eine Gefangene der Geschichte zu werden. Sie hat versucht Büchern aus dem Weg zu gehen, aber das half nichts, Schrift ist überall und sei es nur eine Leuchtreklame. Er kann dies kaum glauben, doch als sie ein Buch aufklappt und zu lesen beginnt, verschwindet sie vor seinen Augen. Er ist fasziniert von dem Fall und bei einem zweiten Versuch landen Nora und Ben durch ein Missgeschick gemeinsam in einen mittelalterlichen Roman.

Nora und Ben schmieden den Plan, der Geschichte bis zum Schluss unauffällig zu folgen, ohne in die Handlung einzugreifen. Es dauert nicht lange, da bemerkt sie der kleine freche Drache Rashuk, der ihnen nicht zum letzten Mal in der Geschichte über den Weg läuft.

Für Nora und Ben gibt es nur einen Weg zurück in die Realität, sie müssen die Geschichte bis zum Ende durchstehen. Doch es dauert nicht lange, da sind sie mitten im Geschehen. Sie werden in die Intrige um die Nachfolge eines kranken Königs verwickelt …

Zeitreise in eine andere Welt

Die Idee, was der Hauptfigur Nora passiert, hat mich fasziniert und zum Lesen animiert. Sie muss am eigenen Leib erfahren, was sie liest. Doch die geniale Idee ist leider nur das Sprungbrett für eine Zeitreise in eine andere Welt, in eine Fantasywelt voller Ritter, Fürsten, Prinzen und Bösewichte. „Noras Welten“ spielt unterhaltsam mit dem Genre. Humorvoll nimmt die Autorin das eine oder andere Fantasy-Klischee aufs Korn. Auch die Figuren setzt sie geschickt ein. Lange ist nicht klar, wer in der Geschichte der Böse und wer der Gute ist. Am besten hat mir der drollige und freche Drache Rashuk gefallen.

Die Geschichte rund um Nora und Ben ist unterhaltsam, wenn auch nicht übermäßig spannend. Die Kulisse des Mittelalters bleibt in dem Roman einfach zu flach, die Geschichte hätte auch in einer anderen Zeit spielen können und bedient nur das Genre. Die Zutaten stimmen, es gibt Magie, es gibt Helden, es gibt Bösewichter, reichlich Humor und ein paar unerwartete Wendungen, aber richtig gefesselt hat mich der Roman nicht. „Noras Welten“ bietet kurzweilige Unterhaltung, aber es fehlt mir das gewisse Etwas, mitreißende Fantasie.

Kurz&Knapp: Bedinge Leseempfehlung. Ein humorvoller Fantasy-Roman, der mit dem Genre spielt.

Madeleine Puljic
Noras Welten
Durch den Nimbus
Taschenbuch, 376 S.
epubli, 2017

Madeleine Puljic wurde 1986 in Oberösterreich geboren. Sie absolvierte die Kunstschule in Wien und lebt heute in Hamburg. Ihr erster Roman „Herz des Winters“ erschien 2013 im Selbstverlag. Neben ihren Fantasy- und Science-Fiction-Romanen schreibt sie außerdem regelmäßig für die Serie Perry Rhodan NEO. Ihr Roman „Noras Welten – Durch den Nimbus“ wurde 2017 mit dem 1. Deutschen Selfpublishing-Preis ausgezeichnet.

Ich danke epubli für das Rezensionsexemplar.

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