Die Buch-Rezension „Im Land der Bäume“ von Grauer und Haeberlein

Grauer Haeberlein Im Land der Bäume, Quelle: BoD

Der Wald bietet mehr als nur ein Freizeit- und Wandererlebnis. Martina Grauer und Mathias Haeberlein beschreiben in ihrem reich bebilderten Buch „Im Land der Bäume“, welche Faszination von den heimischen Wäldern und ihren Geheimnissen ausgeht.

Wald und Bäume hatten für die Menschen schon immer eine große Bedeutung. Bis zu den Kelten und Germanen waren Bäume heilig und im Christentum erhielten sich die Baumkulte in Form von Maibaum, Weihnachtsbaum und Richtfestbaum. Die Volksmedizin basierte auf den Heilkräften des Waldes. Heutzutage ist Waldbaden, das in Japan als therapeutische Anwendung anerkannt ist, ein moderner Trend, der bei uns immer populärer wird.

Lebensraum Wald

Der Wald und die Bäume haben viele Aspekte, die für den Menschen und das Leben auf der Erde entscheidend sind. Sie sind Klimaschützer, Wasserspeicher, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Freizeitkulisse, Waldmedizin und Wirtschaftsbetrieb. Die beiden Autoren geben facettenreiche Einblicke in unterschiedliche Bereiche von der Wissenschaft über Geomantie bis ins Spirituelle. Bäume zählen zu den beeindruckendsten Lebewesen auf unseren Planeten. Wo sie wachsen, dominieren sie die Landschaft und sind der zentrale Baustein des Ökosystems. Der Wald ist eine Lebensgemeinschaft mit sozialem Wesen und emotionaler Intelligenz.

Bäume verstehen

Bäume stehen ebenso für Lebenskraft, Heilkraft, Wissen und Weisheit, dies liegt den beiden Autoren besonders am Herzen. Der Wald ist Balsam für Geist und Seele und öffnet Herz und Sinne. Bäume sind ein Spiegelbild des Lebens. Sie zeigen uns den unaufhörlichen Wandel zwischen Altem und Neuen, zwischen Wachsen und Vergehen. „Jeder Baum ist ein Symbol für eigene Selbsterkenntnis.“ Dazu bedarf es eines besonderen Blickes. Wir müssen uns der Natur bewusst zuwenden. Das Buch öffnet mit seinen vielen eindrucksvollen Bildern von Bäumen diese naturverbundene Sichtweise.

Jeder Baum ist ein Individuum, die Formenvielfalt ist faszinierend. „Je öfter wir in den Wald gehen, desto mehr sehen, spüren und erfahren wir über die Natur, aber auch über uns selbst.“ Bäume lassen aber auch anhand von ihrem Wuchs Rückschlüsse auf die feinstofflichen Energien des Standortes zu. Wuchsanomalien sind meist Hinweise auf eine besondere Ortsenergie, die häufig an Kraftorten zu finden ist.

Wald und Gesellschaft

Beim gesellschaftlichen Umgang mit dem Wald finden sich auch kritische Anmerkungen. Monokulturen, Holzwirtschaft und der Trend zu immer mehr exotischen Pflanzen und Früchten rauben heimischen Wäldern die Ursprünglichkeit. „Das Verschwinden der Wälder wird für uns immer mehr Unfreiheit bringen. Und immer mehr Abhängigkeit von und in der modernen Zivilisation“. Wir haben vergessen, dass wir nur Gäste im Wald sind, und sollten den Waldbewohner gegenüber achtsam und dankbar sein.

Liebeserklärung an den Wald

„Im Land der Bäume“ ist eine Liebeserklärung an den naturnahen Wald. Grauer und Haeberlein zeigen auf, welche Faszination vom Wald ausgeht. Sie vermitteln ein tiefes Verständnis vom Leben und Zusammenleben der Bäume und zeigen auf, welche zentrale Bedeutung Wald und Bäume für den Menschen und die Erde haben. Der wichtigste Aspekt ist dabei für mich die Erkenntnis, dass es von den Bäumen viel zu lernen gibt. Die Beschäftigung und der Aufenthalt im Wald mit offenen Sinnen führen uns wieder mehr zu unserer Natürlichkeit und Ursprünglichkeit zurück. Waldspaziergänge und –aufenthalte sind ein Erlebnis für die Sinne, gut für die Gesundheit und zeigen die natürliche Einfachheit des Lebens auf, dazu braucht man nicht weit zu reisen. Wir müssen nur wieder die Natur unter unseren Füßen und um uns herum wahrnehmen, fühlen und würdigen.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Ein faszinierendes Buch über die vielfältigen Aspekte des Waldes und eine Einladung, Bäume mit allen Sinnen zu erfahren und ihre Geheimnisse zu entdecken.

Martina Grauer & Mathias Haeberlein
Im Land der Bäume
Sichtbare und unsichtbare Geheimnisse im Wald
Taschenbuch, 152 S.
Books On Demand, 2017

Martina Grauer, Dr. med., geboren 1961, ist Ärztin für Naturheilverfahren und Waldmedizinerin mit eigener Praxis in der Nähe von Tübingen.

Mathias Haeberlein, MA (RCA), geboren 1969, ist Grafikdesigner mit eigenem Büro und Heilpraktiker für Psychotherapie mit eigener Praxis in der Nähe von Tübingen.

Ich danke Martina Grauer und Mathias Haeberlein für das Rezensionsexemplar.

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