Die Buch-Rezension „Die lebendige Kraft der Berge“ von Bernd Martinschitz

Martinschitz Die lebendige Kraft der Berge, Quelle: Silberschnur

Authentische Begegnungen mit dem lebendigen Wesen der Natur beschreibt Bernd Martinschitz in seinem inspirierenden Buch „Die lebendige Kraft der Berge“. Wertschätzung und ein offenes Herz ermöglichen einen direkten Kontakt zur beseelten Natur.

Der passionierte Bergsteiger hat nach einem Burnout selbst einen persönlichen Wandel durchgemacht. Die Jagd nach der Besteigung von immer höheren Bergen verlor für ihn an Bedeutung. Über Jahre hinweg näherte er sich dem Wesen der Berge. „Ich fühlte die Kräfte und Ausstrahlungen. Versuchte, ihre Sprache zu verstehen, und scheiterte oft an den Antworten.“ Berge sind für ihn die Herrscher der Landschaften, die den „Odem der Erde ein- und ausatmen“, die Liebe ausstrahlen, aber auch Ängste manifestieren.

Natur als Spiegelbild

Es geht ihm vor allem um die Vielfalt und Schönheit der lebendigen Natur. In seinem Buch „Die lebendige Kraft der Berge“ zeigt er einen Weg auf, „der Natur mit offenen Herzen zu begegnen und die Berge nicht als bloße Objekte zu sehen, die man bezwingt“. Für Martinschitz sind Berge „Wesen mit individuellster Eigenart“, Orte des Zaubers, der Wandlung und Hüter unseres Lebensraumes.

Der Gipfel des Berges ist für ihn sein Gesicht und sein Charakter, die Bäume und der Wald zu seinen Füße geben Stabilität und Erdung, die Almwiesen sind seine Gefühlswelt und die Felswände sind sein Gedankenspeicher. „Mit dem Geist des Berges verankert zu sein, ist gleichsam die Fähigkeit, in sich zu ruhen.“

Geomantische Erkundungen

Wie in anderen Landschaften auch finden sich in den Bergen auch feinstoffliche Strukturen mit den Energiezentren, Ley- und Drachenlinien, Elementarwesen und Landschaftsgöttinnen, die ein Landschaftsholon bilden. Für Martinschitz sind Elementarwesen, Engel und Götter Wesen ohne feste Form, die eine hohe spirituelle Energie besitzen und Mittler zwischen Himmel und Erde sind. Sie thronen oft über uralten Bäumen oder auf Berggipfeln. Sie wurden von Urvölkern in der Landschaft erkannt und verehrt als Heiliger Berg, wundersame Grotte oder tausendjährige Eiche. Martinschitz beschreibt aber auch die Wunden, die Menschen den Landschaften zufügten. Noch heute finden sich an entsprechenden Stellen eingespeicherte Erinnerungen von Angst, Krieg und Gewalt.

Alles ist mit Allem verbunden

Die Lebensräume aller lebendigen Wesen auf der Erde überschneiden sich. „Wir erkennen uns als Wesen, welche im ständigen Austausch stehen, nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit all den anderen Welten.“Allein der Mensch ist ein komplexes Wesen mit festen körperlichen Strukturen, aber auch mit anderen Ebenen. Allen gemein sind die vier Elemente und die Wandlung als Grundbausteine des Lebens. Alles ist ein Wechselspiel der vier Elemente und zeigt sich in Gestalt von Menschen, Tieren, Pflanzen oder Bergen.

Die Berge, wie die Alpen, sind für Martinschitz „die wahren Könige“, die über einen weiten Landschaftsholon thronen. Sie übertragen „ihre Güte, ihren Frieden und ihre Weite auf uns Menschen und energetisieren und beseelen so Landschaft, Dörfer und Städte“.

Wertschätzung für die Natur

Das Buch „Die lebendige Kraft der Berge“ ist eine inspirierende Einladung sich wieder mehr für die lebendigen Wesen der Natur zu öffnen. Für Martinschitz sind es die Berge, es kann aber ebenso gut jede andere Landschaft sein. Hilfreich bei der Erfahrung der lebendigen Natur sind für ihn besonders geomantisches Wissen, die chinesische Lehre von Yin und Yang und den Fünf Wandlungsphasen sowie Chakrenlehre und Holon-Konzept. Der Begriff weist auf ein zentrales Prinzip der Natur hin, dass eine spezifische Ganzheit stets zugleich Teil einer größeren Ganzheit ist. Einfach nachvollziehbare Visualisierungs- und Wahrnehmungsübungen helfen dem Leser, sich der Natur anzunähern und sie direkter zu erfahren. Um wieder mit der lebendigen Kraft der Natur in Kontakt zu kommen, bedarf es für ihn keiner aufwendigen Rituale oder Steinsetzungen, sondern einfach nur Wertschätzung und Respekt. Die Sprache der Berge und der Natur lässt sich am besten mit einem offenen Herzen vernehmen.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein inspirierendes Buch über die lebendige Natur und wie wir wieder mit ihr in Kontakt kommen.

Bernd Martinschitz
Die lebendige Kraft der Berge
Das gemeinsame Wachsen von Mensch und Natur
Taschenbuch, 196 S.
Silberschnur Verlag, 2018

Bernd Martinschitz, 1972 in Villach geboren, seit 2002 selbstständig in den Bereichen Shiatsu, Geomantie, Yoga und Meditation. Führt eine Buchhandlung in Arnoldstein in Kärnten und ist auch als Autor tätig.

Ich danke dem Silberschnur Verlag für das Rezensionsexemplar.

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