Die Buch-Rezension „Bärenblut“ von Barbara Gramlich

Gramlich Baerenblut, Quelle: Spiritbooks

Schamanismus ist keine exotische Angelegenheit. In ihrem Buch „Bärenblut“ erzählt Barbara Gramlich auf unterhaltsame Weise ihre authentische Lebensgeschichte voller magischer Momente und einem im Alltag gelebten Schamanismus.

Anfangs stand Barbara Gramlich dem Schamanismus skeptisch gegenüber. In Afrika hatte sie die Erfahrung gemacht, dass Schamanen dort keinen Unterschied machen, um ein Kind zu heilen oder seinen Nachbarn loswerden zu wollen. Sie nahmen Geld oder ein Huhn. 1994 erlebte sie ihre Berufung zum Schamanismus mitten in der Nacht. Sie hörte eine Frauenstimme, die zu ihr sprach „Schamanism is a good way to help yourself and others!“. Ihr erstes schamanistisches Basisseminar war für sie, „wie ein nach Hause kommen“. Sie beschreibt eindrucksvoll ihre Erfahrungen bei schamanischen Reisen. Sie betont, jede Reise ist so einzigartig, wie der Mensch, der sie unternimmt. „Jeder erfährt seine eigene mystische Welt auf seine eigene souveräne Art und Weise.“

Helfer aus der geistigen Welt

Der eindringliche Ruf aus der geistigen Welt wurde für Gramlich zur Berufung und sie folgte ihren Geistern. Als Mutter von fünf Kindern fand sie den Mut und die Zeit immer tiefer in die schamanische Welt einzutauchen und beschäftigte sich mit Homöopathie und Kräuterkunde. Das Besonderse an ihrem Weg ist, dass sie den Schamanismus mit ihren christlichen Wurzeln eindrucksvoll verbindet. Ihr Krafttier, die Bärin, führte sie in die Vogesen, wo sie sich auf die Suche nach der Heiligen Odilia und der Heiligen Richardis begab, die beide Äbtissinnen eines Klosters waren und ebenfalls dem „Bärinnenclan“ angehörten.

In ihrem Buch erzählt Gramlich auf authentische und unterhaltsame Art aus ihrem Leben, das sie zu vielen Orten in Afrika, Sibirien und Rumänien, dem Land ihrer Ahnen, führte. Für sie ist der schamanisch mystische Pfad der direkte Weg zur Quelle allen Seins. Krafttiere, Geistführer und Kraftpflanzen begleiten sie durchs Leben. „Was Ihr mir geschenkt habt auf meinem Weg sind Wissen und Weisheit, Glück und Freude.“ Ein Grashüpfer ist ihr Begleiter bei ihrer Reise nach Sibirien zu den Chakassen Schamanen, er hilft ihr mythische Einweihungsprüfungen zu bestehen.

Im Alltag gelebter Schamanismus

Wunder sind für Gramlich nur die Fähigkeit mit einer höheren Macht zu verschmelzen. Diese Fähigkeit trage jeder Mensch ins sich. Sie arbeitet mit spirituellen Energien und Helfern aus der geistigen Welt. Dazu gehören Krafttiere, Ahnen, Engel und Geistführer. Sie haben ihr auf ihrem Lebensweg bei kleineren oder größeren Schwierigkeiten geholfen. Wenn sie in Stress gerät, ruft sie die Bärin als Krafttier an ihrer Seite, sei es bei Parkplatzsuche, Wohnungssuche oder Prüfungen. „Ich rief mein Krafttier und die Energie veränderte sich. Alles wurde einfacher, ruhiger und leichter. Selbst bei Krankheit war sie eine großartige Hilfe, sofort stärkte sich das Immunsystem.“ Bei ihrer schamanischen Arbeit sind ihre geistigen Helfer ebenfalls bei ihr und helfen bei Fremdbesetzungen, Seelenwanderungen und Sterbebegleitung, die sie als Schritt über die Schwelle ansieht.

Ihre Erkenntnis ist, dass wir alle in erster Linie Geist sind und aus der geistigen Welt kommen. „Wenn wir zuerst anerkennen, dass der Geist die Quelle allen Lebens ist, dann werden auch Seele und Körper ernährt, dann ist für das Emotionale und Materielle gesorgt.“ Sie ist davon überzeugt, dass die künftige Glaubensform eine „sehr persönliche sein wird, ruhend auf eigenen, direkten spirituellen Erfahrungen.“

Das Buch „Bärenblut“ ist ein sehr persönliches und authentisches Buch über einen bodenständig gelebten Schamanismus und zeigt auf, wie man sich im Alltag mit Krafttieren und Geistführern verbinden kann. Barbara Gramlich erzählt ihren bewegenden Lebensweg, den sie mutig und mit viel Vertrauen gegangen ist auf eine erfrischende, herzenswarme Weise, die mitzureißen vermag. Sie weckt die Sehnsucht, künftig im Alltag auf kleine und große Wunder sowie magische Momente nicht zu verzichten. Und dass dies für jeden möglich ist, beweist Gramlich eindrucksvoll mit ihrem Buch. Es ist ein eindrucksvolles Plädoyer, sich im Leben von einer wie auch immer bezeichneten höheren Macht leiten zu lassen. „Liebevolle und mitfühlende Geistwesen sind überall. Du musst ihre Präsenz nur anerkennen, dann geschehen Wunder, auch für Dich.“

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Eine authentische Lebensgeschichte voller magischer Momente durch einen im Alltag gelebten Schamanismus.

Barbara Gramlich
Bärenblut
Von der Mystik des Alltags
Ein schamanischer Weg
Paperback, 288 S.
Spiritbooks, 2016

Barbara Gramlich ist Lehrerin für Core-Schamanismus ausgebildet von Sandra Ingerman. Seit beinah 20 Jahren hält sie Einzelsitzungen ab und leitet Seminare im Raum Freiburg und in Rumänien.

Ich danke Spiritbooks für das Rezensionsexemplar.

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