Die Buch Rezension „Der Gauguin Atlas“ von Nienke Denekamp

Der Gauguin Atlas, Quelle: Sieveking Verlag

Faszinierende Einblicke in das außergewöhnliche Leben des berühmten französischen Malers gewährt Nienke Denekamp in ihrem Text-Bild-Buch „Der Gauguin Atlas“. Eine Vielzahl von historischen Fotos, Briefen, Landkarten, Bildern und natürlich Gemälden vermitteln einen anschaulichen Eindruck seiner Lebensstationen in Europa und in der Südsee.

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Gauguin war ein Suchender, zeitlebens sehnt er sich danach, das Paradies auf Erden zu finden. Für seinen Wunsch Maler zu werden, verzichtete Gauguin auf Karriere, Familie und Freundschaften. Er begriff sich als Außenseiter und einsamer Wanderer. Sein Leben führte ihn nach England, Dänemark und Spanien bis nach Martinique, Tahiti und Hiva Oa, der letzten Station seiner Lebensreise.

Seine erste Auslandsreise machte er kurz nach seinem ersten Geburtstag. 1885 zogen seine Eltern, der Journalist Clovis Gauguin und die Halbperuanerin Aline Chazal, mit seiner älteren Schwester Marie aus politischen Gründen nach Peru. In Lima sucht seine Mutter Schutz bei wohlhabenden Verwandten, da ihr Mann während der Schiffsreise verstarb.

Ein Leben für die Kunst

Gauguin führte ein bewegtes Leben und er machte an vielen Orten halt, davon berichtet „Der Gauguin Atlas“ anhand von Geschichten, Briefauszügen und kleinen Anekdoten sowie einer Vielzahl von Postkarten, historischen Fotos, Briefen, Landkarten, Bildern und Gemälden. Jede Lebensstation des bekannten französischen Künstlers wird so lebendig und verleiht seinen bekannten Gemälden, eingebettet im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang, eine tiefere Dimension.

Angefangen von der Kindheit und Jugend in Südamerika verfolgt das Buch Gauguins Lebensweg über seine bürgerliche Karriere als Familienvater, Börsenmakler und Kunsthändler in Frankreich, bis er seine Familie verlässt, um sich nur noch der Malerei zu widmen. Er führt ein unstetes Wanderleben, immer auf der Suche nach neuer Inspiration und einem günstigeren Leben. Häufig lebte er in finanzieller Not, erst 1900 ermöglichte ihm ein Vertrag mit einem Kunsthändler, von seiner Kunst zu leben.

Suche nach dem Paradies

Genau wie bei Vincent van Gogh, mit dem er zusammenlebte und arbeitete, liegen bei ihm wohl Genie, Besessenheit und Wahnsinn nicht weit auseinander. Einerseits war er voller Gefühle, litt stark unter der Trennung von Frau und Kindern, anderseits war er aber auch eiskalt berechnend, zynisch und überheblich. „Der Gauguin Atlas“ beleuchtet das Leben des französischen Malers mit all seinen Höhen und Tiefen, seinen vielen Wohnortwechseln und Reisen sowie seinen großartigen Kunstwerken. Gauguin widmete sein Leben der Kunst und verwirklichte seinen Traum, der ihn bis ans Ende der Welt brachte, um unabhängig und frei zu leben.

Der „Gauguin-Atlas“ beschreibt das Leben des französischen Malers auf eindrucksvolle Weise und lädt dazu ein, sich selbst auf die Reise zu machen, um auf den Spuren von Paul Gauguin zu wandeln. „Der Gauguin Atlas“ ist eine spannende Entdeckungsreise durch das Leben des Menschen, Künstlers und ruhelosen Reisenden Paul Gauguin.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein facettenreicher, reich illustrierter Bild-Text-Band über die Lebensstationen des berühmten Malers Paul Gauguin.

Nienke Denekamp
Der Gauguin Atlas
Gebundene Ausgabe, 160 S.
Sieveking Verlag, 2018

Ich danke dem Sieveking Verlag für das Rezensionsexemplar.

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