Die Roman-Rezension „Elfenreise“ von Tanis Helliwell

Helliwell Elfenreise, Quelle: Neue Erde

Elementarwesen können ganz schön schelmisch sein, dies erfährt eine Reisegruppe bei ihrer Irland-Rundreise, die ganz anders verläuft, als alle gedacht haben. Die kanadische Autorin Tanis Helliwell lässt in ihrem Roman „Elfenreise“ wieder Elementarwesen lebendig werden und vermittelt tiefere Lebensweisheiten auf amüsante Weise.

Eine Reisegruppe aus Europa und Nordamerika, die an Elementarwesen glaubt und sie gerne persönlich kennenlernen möchte, unternimmt mit Tanis eine „mystische Irlandtour“. Gemeinsam wollen sie die Geheimnisse und den Zauber Irlands kennenlernen. Doch bereits bei Beginn der Reise läuft kaum etwas so, wie Tanis es geplant hat. Für sie entwickelt sich die Tour äußerlich zu einer einzigartigen „Katastrophe“.

Pilgerreise durch Irland

Ihr Leprechaun-Freund Lloyd, den die Leser des Romans „Elfensommer“ sicher in bester Erinnerung haben, und seine Freunde, darunter Elfen, Gnome, Trolle und andere Leprechauns, haben für die Reisegruppe eine großartige Pilgerreise vorbereitet, um ihnen etwas über den Craic beizubringen. „Du kannst den Craic oder die Gnade nicht mit deinem Verstand begreifen … Das Geschenk besteht darin, ihn zu leben, und wir Elementarwesen werden euch in eine wunderbare Erfahrung des Craic führen“, betont Lloyd. „Dort hält das Leben Magie und Spaß bereit, da bekommst du nicht, was du geplant hast, doch ganz sicher bekommst du, was du nicht geplant hast.“

Die geplante Reise mit dem Besuch vieler historischer Stätten, darunter New Grange, Irlands heiliger Berg Croagh Patrick und Glendalough verläuft nicht so, wie Tani vorhatte. Viele Stätten können nicht besucht werden und auf der Reise wartet auf die Reisegruppe manch unliebsame Überraschung. Genüsslich kann sich der Leser dabei zurücklehnen, und die Reisegruppe schmunzelnd bei ihren ungewöhnlichen und manchmal recht unangenehmen Erlebnissen in Irland begleiten.

Amüsante Geschichte mit Tiefgang

Wie schon in „Elfensommer“ berichtet Helliwell humorvoll über ihre eigenen Erfahrungen als Reiseleiterin einer Gruppe, die an Begegnungen mit Elementarwesen interessiert ist. Auch dieser Roman lässt sich wieder auf verschiedene Lesarten lesen, er ist sowohl ein amüsanter und kurzweiliger Reisebericht über eine Irlandreise, als auch, ein modernes Märchen über die Begegnung mit Elementarwesen. Lloyd ist mit seinem Zylinder und seinen irischen Clogs die typische Verkörperung eines Leprechaun, dem bekanntesten irischen Feenwesen.

„Elfenreise“ ist aber auch eine spirituelle Geschichte. Tanis vermittelt nicht nur, wie wichtig es ist, die Natur zu achten und zu schützen, sondern sie lädt auch zu einer inneren Reise und Transformation ein. Der Craic ist die irische Variante der Kunst, alles anzunehmen, was ist. Seien es Blasen an den Füßen, schlechtes Essen oder eine geschlossene heilige Stätte oder auch Frustration, Wut, Selbstmitleid und Traurigkeit. Es geht um die innere Ausrichtung, „leichten Herzens zu reisen und über einen ausgeprägten Sinn für Humor zu verfügen“. Nach „Elfensommer“ gelingt ihr auch mit „Elfenreise“ wieder auf amüsante Weise, tiefere Lebensweisheiten zu vermitteln und zum Nachdenken anzuregen.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein amüsanter Roman über Begegnungen mit Elementarwesen, tieferen Lebensweisheiten und den Widrigkeiten bei einer Irland-Rundreise.

Tanis Helliwell
Elfenreise
Eine mysteriöse Irlandfahrt mit den Naturgeistern
Paperback, 208 S.
Neue Erde; 2. Auflage, 2011

Auch als eBook erhältlich.

Tanis Helliwell hört und sieht seit ihrer Kindheit Elementarwesen, Engel und Meisterlehrer. Sie führt seit zwanzig Jahren Menschen auf Touren und Pilgerwanderungen zu heiligen Stätten in der ganzen Welt.

Ich danke Neue Erde für das Rezensionsexemplar.

Werbeanzeigen