Die Ratgeber-Rezension „Vergessene Heiltinkturen“ von Gabriela Nedoma

Nedoma Vergessene Heiltinkturen, Quelle: Servus

Wirksame Kräutertinkturen lassen sich auch ohne Alkohol einfach selber herstellen. In ihrem praxisnahen Ratgeberbuch „Vergessene Heiltinkturen“ vermittelt Gabriela Nedoma Grundlagenwissen der Kräutermedizin und stellt eine Vielzahl von althergebrachten Auszugsmethoden und hilfreiche Rezepte vor.

Wertvolle Inhaltsstoffe von Heilpflanzen lassen sich auch ohne Alkohol extrahieren und haltbar machen. Weltweit bilden Heilpflanzen versetzt mit Wasser, Erde, Milch, Honig und Salz die Basis ethnomedizinischer Pflanzenheilkunde. Nedoma hat in ihrem Buch „Vergessene Heiltinkturen“ altüberlieferte Extraktionsmittel und Extrakte zusammengetragen, die über viele Generationen entwickelt und angewendet wurden. Sie bezeichnet sie als Ur-Tinkturen. Blätter, Blüten und Wurzeln von Pflanzen wurden versetzt mit Verjus – Agrest (grüner Saft unreifer Trauben), Asche, Bors, Boza & Kwas (Probiotika), Defrutum (Fruchtsirup), Erden, Essig, Milch, Natron, Oxymel (Sauerhonig), Sole und Wasser. Nedoma vermittelt in ihrem Buch das notwendige Grundlagenwissen über diese Ur-Tinkturen sowie allgemeines Praxiswissen der Pflanzenheilkunde.

Verjus, Oxymel & Co

Jede alkoholfreie Urtinktur stellt sie ausführlich vor. Beispielsweise sind Erden altbewährte, natürliche Heilmittel gegen Sodbrennen, Durchfall und Vergiftungen. Sie reinigen den Magen, stärken das Immunsystem und unterstützt die Mineralisierung des Organismus. Natron wird bei Übersäuerung, Rheuma und in der Akutmedizin eingesetzt.

Nedoma vermittelt Wissenswertes über Geschichte und Herkunft der Urtinkturen, Medizinforschung und -geschichte sowie Wirkung und Indikation in der Naturheilkunde. Besonders hilfreich ist eine Aufstellung, welche Heilpflanzen sich mit der jeweiligen Tinktur bei bestimmten Beschwerden anmischen lassen. Neben einem Basisrezept zu jeder Tinktur und Tipps zur Dosierung und Anwendung stellt sie hilfreiche alte Rezeptideen vor. Eichenwasser zur Magenstärkung, eine Sodbrennen-Tinktur mit Mädesüss oder eine Husten-Tinktur mit Spitzwegerich lassen sich leicht selbst herstellen.

Erprobte Tinkturrezepte

Das Buch „Vergessene Heiltinkturen“ vermittelt verständlich und übersichtlich umfangreiches Kräuterwissen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse für alle, die ihre Heilkräuter ohne Alkohol konservieren möchten. Die Autorin hat dabei eine Fülle von Erkenntnissen aus aller Welt zusammengetragen. Sie zeigt auf, dass früher eine Vielzahl von alkoholfreien Tinkturen verwendet wurde, um wirksame Pflanzenauszüge herzustellen.

Nedoma liefert nicht nur interessantes Hintergrundwissen über Verjus, Oxymel, Essig & Co, sondern sie beschreibt ausführlich die Herstellung von eigenen Tinkturen und liefert erprobte Rezeptideen für die eigene Gesundheit. Die sinnlichen Fotografien und das ansprechende Layout laden förmlich dazu ein, gleich eine Tinktur selbst anzusetzen. Kleiner Wermutstropfen, ein Register sucht man im Buch vergeblich, es hätte das Auffinden von bestimmten Anwendungen erleichtert. Das Buch „Vergessene Heiltinkturen“ ist ein umfangreiches Ratgeberbuch, das lohnt, es immer wieder aufzuschlagen, um bei Erkältungen, Durchfall und Co nicht immer gleich zur chemischen Keule greifen zu müssen. Mit rein natürlichen Mitteln, ganz ohne Chemikalien können wir Gutes für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit tun.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein praxisnahes Ratgeberbuch über alkoholfreie Kräutertinkturen.

Gabriela Nedoma
Vergessene Heiltinkturen
Alkoholfreie Pflanzenextrakte und ihre heilkundlichen Anwendungen
Gebundenes Buch, 248 S.
Servus, 2017

Gabriela Nedoma ist Naturpädagogin und Expertin für biologische Hautpflege und Grüne Kosmetik. Sie initiierte das Projekt „Natur schützt Haut“ und unterrichtet im Lehrgang „Grüne-Kosmetik-Pädagogik“ die Grundlagen naturbelassener Hautpflege. Als Buchautorin und Naturreferentin engagiert sie sich in Projekten an Schulen und in der Erwachsenenbildung für ein Leben im Einklang mit der Natur. Gabriela Nedoma lebt mit ihrem Mann in Niederösterreich.

Ich danke dem Servus Verlag für das Rezensionsexemplar.

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