Die Ratgeber-Rezension „Unser heimisches Superfood“ von Elisabeth Dießl & Veronika Halmbacher

Diessl Unser heimisches Superfood, Quelle: Servus

Wildkräuter sind nicht nur gesund und vielseitig in der Küche einsetzbar, das Sammeln sorgt auch für Entschleunigung und Erholung. Heimische Wildkräuter und -früchte, die sich nicht nur im Alpenraum häufig finden lassen, stellt das Buch „Unser heimisches Superfood“ von Elisabeth Dießl & Veronika Halmbacher vor.

Superfoods haben den Ruf, viele Gesundheitsvorteile mit sich zu bringen. Bekannte Beispiele aus fernen Ländern sind Chiasamen, Matcha und Gojibeeren. Sie weisen meistens einen hohen Gehalt an wertvollen Nährstoffen auf. Doch es gibt auch heimische Alternativen, die voller wertvoller Inhaltsstoffe und Geschmack sind.

Doppelter Genuss aus heimischer Natur

Die beiden heimatverbundenen Autorinnen Elisabeth Dießl & Veronika Halmbacher zeigen in ihrem Buch auf, dass es heimische „Superfoods“ gibt, die den exotischen meist in nichts nachstehen und die keine langen Transportwege hinter sich haben. „Superfoods wirken zum einen über ihren Nährstoffgehalt, zum anderen auch über die Natur, in der sie sich befinden.“ Für die Autorinnen hilft nicht nur die Naturspeise, sondern auch die Natur, die Bewegung und Entschleunigung beim Sammeln. „Das Sammeln in der Natur lehrt uns außerdem, hauszuhalten – denn man sollte nur soviel sammeln, wie man auch verwendet.“

Dießl & Halmbacher beschreiben, was sie unter Superfood verstehen, weisen auf den gesundheitlichen Aspekt des Sammelns hin und erläutern wichtige Pflanzenwirkstoffe. Ihre liebsten 12 heimischen „Superfoods“, darunter Löwenzahn, Brennnessel und Hagebutte, stellen sie ausführlich vor. Sie streifen Wissenswertes aus Heilpflanzenkunde und altem Brauchtum, beschreiben Wirkung, wo und wie man sie findet und wie man sie in der Küche verwenden kann. Eine Vielzahl von Rezeptvorschlägen laden zum Ausprobieren und Nachkochen ein. Wie wäre es mit einer Brennnesselsuppe, einem Almblütentee mit Quendel oder mit einer Wacholdersoße?

Allgemeine Verarbeitungstipps, Grundrezepte, darunter für Marmelade, Tees und Likör sowie generelle Sammeltipps helfen Kräuterneulingen nicht nur bei der Suche, sondern auch beim Genuss der heimischen „Superfoods“.

Kompaktes Kräuterwissen

„Unser heimisches Superfood“ ist ein gutes Einsteigerbuch für Kräuterneulinge, das den Aspekt der Wildkräuter und -früchte als Nahrungsmittel in den Mittelpunkt stellt. Es vermittelt übersichtlich kompaktes Kräuterwissen und eine Vielzahl von Rezepten erlaubt, die gesammelten Schätze der Natur gleich in der Küche zu verwenden. Der Begriff „Superfood“ geht mir allerdings etwas zu weit und ist wohl eher einem modernen Trend geschuldet, als dass er heimischen Kräutern gerecht wird. Sie sind wichtige pflanzliche Lebensmittel unserer Vorfahren gewesen, die es verdienen, wieder mehr Beachtung geschenkt zu bekommen. Sie sind eine natürliche und auch noch kostenlose Quelle für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Bei heimischen Wildkräutern und -früchten hat man gleich einen doppelten Genuss beim Sammeln und beim Genießen.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein kompaktes Einsteigerbuch mit vielen Rezepten für Kräuterneulinge und alles die es noch werden wollen.

Elisabeth Dießl & Veronika Halmbacher
Unser heimisches Superfood
Im Alpenraum sammeln und selber zubereiten
Softcover, 180 S.
Servus, 2019

Elisabeth Dießl aufgewachsen am Tegernsee liebt die Berge, Natur und gutes Essen und führt das elterliche Hotel. Ihre zweite Leidenschaft ist der Gesundheitsbereich: Als Heil- und TEH-Praktikerin kann sie ihr Wissen bei ihrem Lieblingsthema „Alpines Superfood“ im Alltag einbringen.

Veronika Halmbacher ist TEH-Praktikerin und Designerin. Sie verbindet beim Thema „Alpines Superfood“ ihre Liebe zur Natur mit ihrer kreativen und künstlerischen Ader und dem besonderen Sinn für individuelle Rezeptideen.