Die Buch Rezension „Die Walnuss“ von Jonas Frei

Die Walnuss, Quelle: AT Verlag

Die Walnuss ist als Snack äußerst beliebt, doch wer kennt sich mit den gleichnamigen Gehölzen aus? In seinem reich bebilderten Buch „Die Walnuss“ unternimmt Jonas Frei einen vielschichtigen Streifzug durch Botanik, Entwicklungs-, Kultur- und Nutzungsgeschichte des Nussbaumes.

Der Walnussbaum gehört wegen der leckeren Nüsse und seinem vielseitig verwendbaren Holz zu den beliebtesten einheimischen Baumarten. Doch Walnuss ist nicht gleich Walnuss. Es gibt etwa 60 Sorten, die sich im Aussehen und im Geschmack ihrer Früchte erheblich voneinander unterscheiden und die in Europa, Asien, Nord- und Südamerika beheimatet sind.

Der Schweizer Landschaftsarchitekt und Naturfilmer Jonas Frei macht sich in dem reich bebilderten Buch auf eine umfangreiche Spurensuche durch die Entwicklungs-, Kultur-, Nutzungsgeschichte sowie die Vielfalt der Walnussgewächse. Die Walnussgehölze (Juglandaceae) gehören zu den sommergrünen Laubbäumen und haben eine lange Geschichte. Die frühesten fossilen Überreste stammen aus dem Beginn des Tertiärs (etwa vor 65 Millionen Jahren). Im Laufe der Jahrmillionen entwickelte sich eine vielfältige Walnussflora, die aufgrund der Abkühlung des Klimas stark zurückging. Später waren es wahrscheinlich die Römer, die wieder begannen, Walnussbäume nördlich der Alpen zu kultivieren. In der römischen und griechischen Literatur wurde auch die Heilwirkung und die Anwendung der Walnuss in der Medizin erstmals beschrieben.

Echte Walnuss und andere Arten

Primär wurde die Walnuss in Europa für den Verzehr angebaut, das Holz wird gerne bei Möbeln verarbeitet. Lange Zeit war auch das Nussöl von großer Bedeutung. Weltweit durchsetzen konnten sich bei den kultivierten Fruchtbäumen hauptsächlich die Echte Walnuss und die Pekannuss.

In Mitteleuropa, einschließlich der Parks und Botanischen Gärten, finden sich Vertreter der Gattungen Walnüsse, Hickory, Zapfennuss, Ringflügelnuss und Flügelnuss. Frei geht ausführlich auf die Botanik der verschiedenen Gattungen und die prägende Funktion der Echten Walnuss im europäischen Landschaftsbild ein.

Porträts helfen bei der Bestimmung

In den Gattungs- und Artenporträts beschreibt Frei erstmals detailliert und reich bebildert alle in Mitteleuropa kultivierten Arten und Hybriden. So lassen sich auch Exoten wie Schwarznuss, Mandschurische Walnuss oder Ferkelnuss einfach bestimmen. Er vermittelt Verbreitung, Bestimmungsmerkmale und Standorte, darunter auch in Parks und botanischen Gärten.

Viele Arten der Walnussgewächse sind heute gefährdet. Bei den wenigen kultivierten Arten kommt es vermehrt zu Problemen mit Insekten, Pilzen und Krankheiten. Die negativen Folgen durch Abholzung, Globalisierung und Monokulturen sind auch bei den Walnussgehölzen nicht zu übersehen.

Das großformatige, reich bebilderte Buch „Die Walnuss“ mit einem umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis zeichnet ein umfassendes und eindrucksvolles Porträt der Walnussgehölze. Frei unternimmt einen fundierten und wissensreichen Rundgang durch Botanik, Entwicklungs-, Kultur- und Nutzungsgeschichte des Nussbaumes. Neben der überall in Deutschland zu findenden Echten Wahlnuss stellt er auch faszinierende Exoten vor, wie die Yangbi-Walnuss oder die Japanische Flügelnuss.
Mit einem ansprechenden Layout sowie vielen Fotos und Abbildungen lädt das Buch zu einem sehr vielschichtigen Streifzug zu einem allseits bekannten Baum ein, der viel zu erzählen hat.

Kurz&Knapp: Empfehlenswert. Ein faszinierendes und reich bebildertes Buch über Walnussbäume.

Jonas Frei
Die Walnuss
Alle in Mitteleuropa kultivierten Arten
Botanik, Geschichte, Kultur
Gebundenes Buch, 240 S.
AT Verlag, 2019

Jonas Frei, Landschaftsarchitekt HSR, arbeitet als Dokumentarfilmer und Redakteur für die Sendung Netz-Natur des Schweizer Fernsehen SRF. Er beschäftigt sich mit der Gestaltung von Freiräumen, Fotografie, Illustration, Grafik und als Autor.

Ich danke dem AT Verlag für das Rezensionsexemplar.