Die Thriller-Rezension „Exekution“ von David Baldacci

Exekution, Quelle: Heyne

Amos Decker, der famose FBI-Ermittler mit dem phänomenalen Gedächtnis, ermittelt in dem neuen Thriller „Exekution“ von David Baldacci in einem undurchsichtigen Fall, bei dem sich der Verdacht auf Spionage immer mehr erhärtet. Was steckt wirklich hinter dem Mord an der Aushilfslehrerin Anne Berkshire auf offener Straße?

Vor der FBI-Zentrale in Washington, D.C. wird eine Passantin auf offener Straße erschossen. Der Täter richtet anschließend die Pistole auf sich selbst. Amos Decker, Angehöriger einer Spezialeinheit des FBI, der gerade auf dem Weg ins Hoover-Gebäude war, wird zufällig Zeuge des Verbrechens. Schnell stellt sich heraus, dass der Täter Walter Dabney nicht nur ein scheinbar unbescholtener Mitbürger und Familienvater war. Als Chef eines Beratungsunternehmens arbeitete er für verschiedene Regierungsstellen in sicherheitsrelevanten Bereichen. Das Opfer ist die Aushilfslehrerin Anne Berkshire, über deren Vergangenheit allerdings weniger in Erfahrung zu bringen ist. Sie scheint eine falsche Identität besessen zu haben. Decker und sein Team stehen vor einem Rätsel. Dann schaltet sich DIA-Agentin Harper Brown vom militärischen Nachrichtendienst ein und zieht den Fall an sich. Es bestehe Gefahr für die nationale Sicherheit. Kein Grund für Decker seine Ermittlungen einzustellen, denn wie sich herausstellt, scheinen eine oder beide Personen an Spionagetätigkeiten beteiligt gewesen zu sein. Mit seinem phänomenalen Gedächtnis findet Decker Ungereimtheiten, die ihm den richtigen Weg zur Wahrheit aufzeigen.

Außergewöhnlicher Ermittler

Mit Amos Decker hat David Baldacci einen ganz besonderen Ermittler erschaffen, der über ein besonderes fotografisches Gedächtnis verfügt, der Memory Man. Nach einem beinahe tödlichen Sportunfall hat sich Deckers Gehirn dramatisch verändert. Er behält jede noch so winzige Kleinigkeit im Kopf und braucht sich keine Notizen zu machen. Durch das hyperthymestische Syndrom verfügt er außerdem über ein fast perfektes Gedächtnis. Gleichzeitig trat bei ihm eine sogenannte Synästhesie auf, er verknüpft Personen, Farben und sogar Empfindungen mit bestimmten Farben. Decker ist nach seinem Unfall und einem weiteren schweren Schicksalsschlag zu einem in sich gekehrten Eigenbrötler geworden, der im Umgang mit anderen Menschen schwer tut, sodass viele ihn für einen Autisten halten. Auch in seinem dritten Fall macht die besondere Sicht auf die Welt, die Decker wahrnimmt, den besonderen Reiz des Thrillers aus. Baldacci beschreibt nicht nur den Verlauf der Ermittlungen, sondern auch Deckers Alltagsleben. Sein perfektes Gedächtnis ist für ihn Fluch und Segen. Die Erinnerungen an seine ermordete Frau und Tochter lassen ihn nicht los. Außerdem hat ihm seine Kollegin Jamison überredet, mit ihr in ein gemeinsames Haus zu ziehen. Dort muss er sich aus Nachbarschaftshilfe mit rabiaten Ganoven rumschlagen.

Ein richtiger Thriller ist „Exekution“ eigentlich nicht, eher ein unterhaltsamer Krimi mit einigen Thriller-Elementen. Baldacci zeichnet ein facettenreiches Bild des famosen Ermittlers Amos Decker, der sich trotz allerlei privater und beruflicher Schwierigkeiten nicht davon abhalten lässt, in dem Spionagefall zu ermitteln, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Doch vorher gibt es zahlreiche Verwicklungen und überraschende Wendungen bei dem der exzentrische, aber durchaus sympathische „Memory Man“ einen kühlen Kopf behält.

Kurz&Knapp: Lesenswert. Ein unterhaltsamer Krimi um einen verwickelten Spionagefall.

David Baldacci
Exekution
Die Memory-Man-Serie, Band 3
Hardcover, 544 S.
Heyne Verlag, 2020

Auch als eBook erhältlich.

David Baldacci, geboren 1960 in Virginia, arbeitete lange Jahre als Strafverteidiger und Wirtschaftsjurist in Washington, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Sämtliche Thriller von ihm landeten auf der „New York Times“-Bestsellerliste. Mit über 130 Millionen verkauften Büchern in 80 Ländern zählt er zu den weltweit beliebtesten Autoren.

Ich danke dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.